Probiotikum, Präbiotikum, Sinbiotikum
Hunderte vom Mikrobenarten leben in Symbiose mit dem Menschen – in Haar, Mund, Magen, Darm, Harnleiter etc. Es wurde errechnet, dass es über 1000 Milliarden von Mikroorganismen gibt, die in dem menschlichen Organismus leben und zehnfach die Anzahl aller menschlichen Zellen übersteigen. Alle diese Bakterienarten bilden die innere mikrobielle Flora – das menschliche Ekosystem. Durch Dysbalance der inneren Mikroflora und des mit ihr verbundenen Immunsystem entsteht eine Reihe von Krankheiten wie akute Magenentzündung, gastrointestinale Infektionen, Verstopfung, die Crown’sche Krankheit, die ulceröse Colitis, Nahrungsallergien, Krebs und v.a.
Man kann die Mikroorganismen die mit dem Mensch in Symbiose leben, in 3 Gruppen unterteilen:
- Pathogene Mikroben – sind Mikroorganismen, die Krankheiten verursachen;
- Latente (bedingt pathogene) Mikroben – bei intakten Abwehrkräften fügen diese dem Organismus keinen Schaden zu, jedoch verwandeln sie sich bei Beeinträchtigung des Immunsystems in Krankheitserreger;
- Gute Bakterien – die wichtigsten darunter sind die Milchsäurebakterien – Lactobacillus Bulgaricus , Streptococcus thermophilus. Von der Überzahl der guten Bakterien hängen die Immunantwort und der Schutz gegen die krankheitserregenden Mikroorganismen, d.h. Gesundheit des Menschen, ab.
Probiotikum
Das Wort „Probiotikum“ ist ziemlich neu und man glaubt, dass das Wort zum ersten Mall von Ferdinand Werdgin im Jahre 1954 verwendet wurde. In seinem Artikel (Vergin F. Anti- und Probiotika, Hippokrates 1954) stellt er zum Vergleich die schädlichen Wirkungen der Antibiotika und die günstigen Wirkungen der guten Bakterien. Er nennt die guten Bakterien „Probiotika“. Das Wort „ Probiotikum“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet: pro-für, bios-Leben, oder „für das Leben“ oder „Leben schaffend“. Wergin definiert Probiotika als Mischkulturen aus Bakterien, die den Menschen positiv und wohltuend beeinflussen, indem sie seine Mikroflora verbessern und genesen.
Viel später, im Jahr 2002 wurde eine offizielle Übereinstimmung zu der Definition der Probiotika erreicht. Die von WHO angenommene Definition, lautet: “Probiotika (genannt auch Bakterien oder Kulturen) sind lebendige Mikroorganismen, die bei Verabreichung in ausreichender Menge eine positive Wirkung auf den menschlichen Organismus ausüben“.
Die wichtigsten unter den verschiedenen probiotischen Arten sind Lactobacillus Bulgaricus und Bifidobakterien und die wichtigste Symbiose –S 85 genannt, ist die Symbiose zwischen Lactobacillus Bulgaricus und Streptococcus thermophilus. Diese Symbiose enthält das originale bulgarische „kisselo mliako“ – Joghurt. Die Symbiose S85 gilt als Vorfahr der Probiotika.
Eine sehr wichtige Anforderung an die probiotischen Bakterien ist die Fähigkeit lebend den Magen-Darm-Kanal zu überstehen. In dem Verdauungstrakt werden die Bakterien von verschiedenen Faktoren beeinflusst, wie z.B. Magensäure, Gallensäure, chemische Stoffe im Magensaft, biologische Effekte der Pankreasenzyme u.a. Die probiotischen Bakterien und Stämme sollen solche Fähigkeiten haben, die die Überwindung des Verdauungstraktes ermöglichen, so dass sie lebend und in großer Anzahl den Dickdarm erreichen, sich dort ansiedeln und verbreiten können.
Die probiotischen Bakterien wirken positiv auf den menschlichen Organismus, indem sie sich an der Darmschleimhaut ansiedeln und mit der Produktion von lebenswichtigen Enzymen und zellulare Bioprodukte beginnen. Die probiotischen Bakterien sind keine normale Bewohner der menschlichen mikrobiellen Flora und gelangen in den Körper nur durch Einnahme von Milchsäureprodukten. Deshalb ist es erforderlich die Bakterien mit Nahrung regelmäßig und langfristig einzunehmen, so dass man ihre heilende Wirkung merken kann.
Präbiotikum
Präbiotika sind Ballaststoffe – meistens Kohlehydrate mit niedrigem Molekulargewichte wie z.B. Oligosaccharide, Oligofruktose und Insulin, die in vielen Pflanzen erhalten sind und nicht verdaut werden können. Präbiotika sind eine natürliche Substanz der Milch aller Säuglinge. Sie sind die natürliche Umwelt, wo die probiotischen Bakterien leben und sich ernähren, bevor sie in dem menschlichen Organismus landen. Präbiotika werden durch Nahrung eingenommen, erreichen den Dickdarm unverdaut und dienen dort als Nahrungsgrundlage für die probiotischen Bakterien - Lactobacillus und Bifidobakterien. Damit unterstützen sie die Vermehrung nützlicher Bakterien, die das Wachstum von krankheitserregenden Bakterien unterdrücken und wohltuend den ganzen Organismus beeinflussen.
Synbiotikum
Synbiotika sind ein Gemisch von Pro- und Präbiotika. Die Präbiotika landen unverdaut im Darm, bilden eine nützliche Umwelt für die Existenz der probiotischen Bakterien und dienen als „Futter“ für die probiotischen Bakterien, die gesundheitsfördernd wirken. Deshalb werden Pro- und Präbiotika den Lebensmitteln zugefügt. Diese Produkte werden dann als Synbiotika bezeichnet.
Lactobacillus Bulgaricus - Das älteste Probiotikum in der Welt ...


